Ich sitze mit einigen Freunden in der Küche meiner Wohnung am Esszimmertisch. Wir haben gespeist und diskutiert, also das, was man macht, wenn man Freunde trifft. Doch ihre Gespräche und ihr Auftreten kommen mir verändert vor, und so betrachte ich sie mir bewusst genauer. Ich sehe mir ihre Mimik, Gestik, ihre Kleidung und Accessoires genauer an. Sie haben sich mit der Zeit verändert. Ich überlege, wie wir uns vor eineinhalb bis zwei Dekaden kennenlernten. Wir waren jung, quicklebendig und meistens abgebrannt und dementsprechend auch gekleidet. Jetzt sah es bei uns besser aus, und meine Freunde zeigten das auch. Sie trugen teuren Schmuck. Die Frauen, Diamantenringe und Goldketten. Und selbst einige Kerle trugen plötzlich eine Goldkette um den Hals und teure Smartwatches, deren Funktionen sie gar nicht nutzten, an den Handgelenken. Von den schweren, pompösen Autos, mit denen sie an diesem Abend vorgefahren waren, gar nicht sprechen. Midlife-Crisis?

